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365 TAGE THEATER

Sonntag, 26. April 2026:

Tag der Lochkamera-Fotografie

Seit 2001 feiern Fotografen in vielen Ländern den jeweils letzten Sonntag im April als Tag der Lochkamera-Fotografie (engl.  Dieser Foto-Aktionstag ist in erster Linie als symbolische Verneigung vor einer der ältesten bekannten Fototechniken zu verstehen. 

Die Hintergründe bzw. Ursprünge des Worldwide Pinhole Photography Day sind relativ gut dokumentiert. So geht dieser Ehrentag der Lochkamera-Fotografie auf eine Initiative einer Gruppe von Fans dieser Fototechnik zurück. Inzwischen ist der Name dieses Aktionstages auch markenrechtlich geschützt.

Bei der Lochkamera-Fotografie handelt es sich um eine der ältesten Fototechniken überhaupt, die seit ihrer Erfindung in zahlreichen Formen, Größen und Varianten durchgeführt wurde.

Im Unterschied zu den modernen Fotokameras fällt das Licht bei dieser Fotografie-Technik nicht durch eine optische Linse bzw. ein Objektiv, sondern wird durch ein winziges, verschließbares Loch eingefangen und auf ein lichtempfindliches Material (z. B. Fotopapier oder einen Film) in einer dunklen Kammer projiziert. So lässt sich theoretisch jeder lichtdichte Behälter (z. B. Schuhkarton, Konservenbüchsen usw.) in eine Lochkamera umfunktionieren. Das bekannteste Beispiel ist hier sicherlich die sogenannte camera obscura, die den meisten sicherlich noch aus dem Physik-Unterricht ein Begriff sein dürfte. Aber egal, ob selbst gebaute Lochkamera oder eine camera obscura, das verwendete Prinzip ist wesentlich immer gleich.

Die Lochkamera blendet – bis auf ein kleines Lichtstrahlenbündel in gerader Linie zwischen Objekt- und Bildpunkt – nahezu das komplette einfallende Licht aus und fängt auf diese Weise ein reelles Bild ein. Dabei bestimmt sich die jeweilige Bildschärfe durch den Durchmesser der Lochschärfe, welche für eine gleichmäßige Schärfenverteilung sorgt und den Bildern einen flächigen Charakter verleiht. Da dieses Loch in den meisten Fällen mit einer Nähnadel gestochen wird, bezeichnet man die Lochkamera im Englischen auch als pinhole camera.

Die Initiatoren des internationalen Tags der Lochkamera-Fotografie möchten mit diesem Anlass auf die Bedeutung und vor allem den Spaß der linsenlosen Fotografie verweisen und mit diesem den fotografischen Aspekt – abseits der heutigen Megapixel- und Technikschlacht – in den Mittelpunkt rücken

„Das linsenlose Fotografieren hat eine besondere Atmosphäre, die mit Hingabe zu tun hat. Und diese braucht Zeit. Vergessen Sie den Schnappschuss, es kann mehrere Minuten dauern, bis der Film (oder das Fotopapier) vollständig belichtet ist. Während wir uns beim alltäglichen Fotografieren daran gewohnt haben, die fotografierten Orte erst zuhause am Bildschirm anzusehen, verlangt uns das Fotografieren mit der Lochkamera schon etwas mehr Geduld ab. Die Wahl des Motives bekommt etwas Meditatives, Unwiederholbares.“

In diesem Sinne: Lochkameras raus und allen einen tollen Pinhole Day!

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