Ein Zeichen?

Verfasst von Ralf Weiß

am 13. Jan. 2021

Getreu dem Wahlspruch, dass es keinen Sinn macht der Zukunft „hinterherzutrauern“, haben wir, um uns auch selber Mut zuzusprechen, Veranstaltungen geplant.

Ja, das gibt es noch.

Veranstaltungen, ein Begriff, der noch vor gut einem Jahr über 200 Mal, mit einem Titel versehen, oft bunt angemarkert oder dick unterstrichen, auf unserem wandfüllenden Organisationsplan das Theaterjahr strukturierte. Zaghaft eingetragen für dieses Jahr stehen dort am 13. März „Christian Springer“, am 19. und 20. März „Ich bin da, um dir zu helfen“- Eliza, die digitale Assistentin, am 25. und 26. März „Werner Schmidbauer“ und am 28. März „Norbert Nagel“.

Geht doch.
Geht nicht?

Das wissen wir auch nicht, aber es macht Hoffnung. So neutralisieren wir die Bedrohungen, die sich aus der Büchse der Pandora befreit haben, mit dem Prinzip „Hoffnung“, wohl wissend, dass das philosophische Pendel auch in eine andere Richtung ausschlagen kann: „immer wieder nur zu hoffen, macht untätig, weil ja eine Besserung noch kommen könnte“.

Untätig oder tätig?

Entspannung könnte helfen.
Also haben wir entspannt geplant. Die Künstler wissen um die Fragilität der Planungen, freuen sich aber auch auf einen Hoffnungsstrahl, der ein wenig Struktur aufleuchten lässt.
Den sehen wir auch gerne und so sind die ersten zarten Planken vorsichtig über den Abgrund des „Nichtstuns“ geschoben worden.
Vielleicht tragen sie ja die eine oder andere Veranstaltung – mich würde es sehr freuen.

Alles hängt natürlich davon ab, wie sich die Lage weiter entwickeln wird.
Verschafft uns der Frühling die nötige Luft zum Atmen und verscheucht die aerosol-geschwängerten Wolken, dann können auch wir mithelfen, das arg ramponierte „Seelenheil“ wieder anzustoßen, damit das Leben seine Schwingungen wiederfinden kann.

So richtig in „Schwung“ gekommen ist in den letzten Tagen jedenfalls der Winter in Dehnberg.

Ein Zeichen?

Ihr Ralf Weiß

Weitere Beiträge:

Countdown statt Lockdown

Zwei Eindruck schaffende Begriffe, die für mich mit ganz unterschiedlichen Erlebnissen verbunden sind. Hier das „Herunterzählen“ bis zu einem Start oder Neustart wie z.B. Silvester und dort das Einfrieren jedweder Bewegung, um Leib und Leben zu schützen. Wir sind...

mehr lesen

Liebe Gäste,

nun ist alles gerichtet. Wir haben uns angepasst, angepasst an die neuen Umgangsformen, die nicht nur an den neuen Tischen und Stühlen im Innenhof erkennbar werden, sondern natürlich auch den gesamten Theaterablauf und Spielplan beugen, strecken und manchmal auch ganz...

mehr lesen

Theaterlogbuch vom 20. Juni 2020

Was uns heute fehlen wird: Ach, wie klug ist doch unsere Desolina, die nicht nur für Ordnung und Sauberkeit in Don Camillos aufregender Welt sorgt, auch als Hebamme tätig, dem neuen Erdenbürger Paolinas den Weg in die Welt ebnet und eben, wenn es sich ziemt oder frech...

mehr lesen

Theaterlogbuch vom 31. Mai 2020

Der bange Blick zum Himmel erübrigte sich bei fast allen Konzerten der „Benko Dixieland Band“, die seit Anbeginn der Zeit, zumindest der Zeit, in der das Dehnberger Hof Theater seinen Platz im kulturellen Leben der Region und in Dehnberg fand, die Außenkonzerte um 11...

mehr lesen

Ein Theater ist ein Theater, ist ein Theater.

Das Eintauchen in ein erfrischendes Wasser, ob in einem Freibad oder See, ist eben etwas gänzlich anderes, als das Betrachten eines noch so schönen Filmes über den obigen Vorgang. Das tatsächlich Erlebte löst ein ganzes Kaleidoskop von Sinnesempfindungen aus, die...

mehr lesen

Unsere Linde feiert 10-jähriges Theaterjubiläum!

Was für ein schöner Anblick! Die Blätter an unserer Linde im Innenhof des Theaters haben schon den Weg nach außen gefunden, nun hoffen wir sehr, dass auch Sie bald wieder den Weg nach Dehnberg beschreiten können. Vielleicht sogar erst einmal auch im Freien, wo wir...

mehr lesen
Theaterlogbuch des  Dehnberger Hof Theaters vom 25. April 2020

Theaterlogbuch des Dehnberger Hof Theaters vom 25. April 2020

„Lux presents Hollywood“ Mit dieser Erkennungsmelodie wurden im amerikanischen Radio der 40 er Jahre das Publikum an den Radiogeräten begrüßt. Das Radio hatte damals eine ähnliche Bedeutung wie für uns heute das Internet. Aufwändige Produktionen wurden durch den Äther...

mehr lesen

Der Flügelschlag des Schmetterlings

Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings an einem Ende der Welt, eine Situation am anderen Ende der Welt z. B. in Dehnberg maßgeblich beeinflussen? Wir hoffen natürlich nicht, dass das Flügelschlagen unseres Kaisermantels am Balken über dem Theatereingang, solch...

mehr lesen

Aerosolwolken

Auf unserer hoffentlich nicht unendlichen Reise durch die virengeschwängerten Aerosolwolken unserer Theaterlandschaft, spielt heute wie gestern der „Hochmut“ eines sich über alles hinwegsetzenden Zeitgenossen - ein Schelm ist, wer da über den „großen Teich“ schaut -...

mehr lesen

Theaterlogbuch des Dehnberger Hof Theaters vom 3. April 2020

Dinner für Spinner Was Sie heute im Theater nicht hören können, ist das erste Telefonat, das Pierre, der auf dem Sofa mit einem Hexenschuss liegt, seiner Frau vorspielt, die eigentlich mit ihm heute ein „Beziehungsgespräch“ führen will. Pierre will sich aber lieber...

mehr lesen